Gann-Angles, Gann-Fächer

    • Gann-Angles, Gann-Fächer

      Moin.

      Darüber habe ich schon im alten Forum geschrieben. Hiermit möchte jetzt zusammenfassen.

      Zunächst möchte ich die Frage in Raum stellen: Wer war überhaupt W. D Gann?
      Hier mal Zitat aus Trader24:
      „W.D.Gann ist die wahrscheinlich bekannteste Börsen-Legende des 20.Jahrhunderts.Populär wurde er, als er 1912 für das "Ticker-Magazine" ein offenes Traden vornahm, wo unter Aufsicht und nur unter Benutzung eines Bleistiftes und eines Börsentickers 242 Käufe und Verkäufe von Aktien vornahm, von denen 228 mit Gewinn endeten. Das eingesetzte Kapital wurde innerhalb dieser Woche verzehnfacht.
      In den späteren Jahren wurde er durch seine bis heute unerreichten Aktien-und Rohstoffprognosen bekannt. So sagte er z.B. nicht nur den Crash von 1929 voraus(als einziger),sondern auch die darauf folgende kurze Erholung und den endgültigen Zusammenbruch des Aktienmarkts im April 1930.Er sagte ebenso, schon 1928,die folgende Weltwirtschaftskrise voraus und auch deren Ende 1933.Noch verblüffender waren seine Einzelvoraussagen, einzelne Aktien und Rohstoffe betreffend. So sagte er z.B. bei der Aktie Pete Mex(mexikanisches Petroleum) sämtliche Wendepunkte auf einen Tag exakt voraus während der ganzen Existenz dieser Firma, bis sie übernommen wurde. Diese Aktie war damals ein so bekanntes Zocker-Papier, wie etwa heute Telefonos de Mexico.
      Tatsächlich sind noch nicht alle seine Verfahren bekannt."
      Worauf basiert sich seine Theorie? Nach Gann bilden Preis und Zeit eine voneinander abhängige Einheit, weshalb von einer "Preisdimension" und einer "Zeitdimension" gesprochen wird, die zusammen einen (abgeschlossenen)"Preisraum" definieren. Der Ausgangspunkt liegt stets in Extrempunkten, die zu allererst definiert werden müssen.
      Kommen wir jetzt zu den Fächern. Diese Fächer sind die eigentliche Angles, man braucht also nicht die einzelne Angles nach und nach einzeichnen, sondern kann mit einem Klick die gesamte Palette anbringen (an dieser Stelle sei noch erwähnt, dass die Software selber diese nicht korrekt einzeichnet. Warum? Kommen wir später dazu.) Ich persönlich mag bezweifeln, ob man tatsächlich alle braucht. Aber was sind das für die Linien? Einfach oder allgemein gesagt, ist das Gleichgewicht zwischen dem Preis und der Zeit. Wie Gann auf diese Linien kam ist noch umstritten. Eine der Behauptungen lautet, dass der Gann über Astrologie auf diese Linien kam. „Eine ziemlich wahrscheinliche Theorie besagt, dass es sich um Annäherungswerte handelt und Gann ursprünglich mit Planeten-Winkeln arbeitete, d.h., dass er die Geschwindigkeit von bestimmten Planeten in Linien übersetzte. Die Gann-Angles ähneln stark Bewegungslinien, die sich aus der Bewegung von Planeten ableiten lassen. Allerdings muss man dazu einige Planeten, z.B. den Mars, heliozentrisch betrachten. Dieser würde dann in etwa dem 2*1-Angle entsprechen. Die Sonne bewegt sich pro Tag rund 1°,sie entspricht also relativ genau dem 1*1-Angle bzw. der 45°-Linie bei einer quadratischen Chartierung. Bei anderen Planeten ist die Entsprechung relativ ungenau, die Venus z.B. bewegt sich 1°36' pro Tag im Schnitt und weicht damit schon erheblich vom 3*2-Angle ab, der sich in etwa um 1°30' pro Tag bewegt."
      Hier kurze Einteilung dieser Angles:
      8*1 Angle = 82,5°
      4*1 Angle = 75°
      3*1 Angle = 71°
      2*1 Angle = 63°
      1*1 Angle = 45°
      1*2 Angle = 26°
      1*3 Angle = 18°
      1*4 Angle = 15°
      1*8 Angle = 7 °
    • Gann-Angles, Gann-Fächer

      Kommen wir nun zur Berechnung dieser Linien. Gann zeichnete seine Charts damals mit Millimeterpapier. Diese Charts müssten skaliert werden, also Preismaßstäbe festgelegt. Hier mal ein Beispiel dazu, Bild 1

      Nehmen wir als Beispiel Gold. Für meiste Rohstoffe hat Gann für uns berechnet. Gold, beispielsweise wird in einem Chart gezeichnet mit dem Maßstab von 1 Dollar pro Tag. Wenn jetzt dieser Chart korrekt gezeichnet wird, erhalten wir die 1*1 Angle, in dem die 45° Linie gezogen wird. Wir haben hier also Steigung 1 zu 1 oder auch tan1 genannt.
      Leider kann keine Software diese Skalierung durchführen, außerdem macht das auch das Zoomen des Charts zur Nichte. Mann ist aber in der Lage bei Setzung der Angle oder Fächer, Steigung anzugeben. Bei Gold beispielsweise Steigung 1
      Leider, für die Aktien müssen wir diese selber errechnen. Für die Berechnung nutzt man langfristige Topps und Böden. Diese wiederrum erkennt man, in dem man 3-Bar-Swingchart anfertigt. Hier möchte ich einfach an einem Beispiel zeigen. Bild 2

      Die Zählung beginnen wir gleich an einem Top. Bei einem 3-Bar-Swingchart ist es wichtig, um eine Umkehrung zu erhalten, dass es 3 Bars mit tiefer liegenden Tiefs vorliegen, aber auch die tieferliegende Hochs. Wie man sieht kommt nach dem Top zuerst ein Bar mit tiefer liegendem Tageshoch und höher liegendem Tagestief. So eins wird auch Insider Bar genannt. Da diese keine erheblichen Preisveränderungen ergeben werden diese gar nicht gezählt und es wird auf den nächsten gewartet.
      Nach dem Insidbar kommen dann 3 Tage mit tieferen Tiefs und tieferen Hochs. Da jetzt 3 Tage vorliegen können wir die Linie, welche den Swing kennzeichnet von dem Hoch des Tops zunächst bis zum Tief des dritten Tages ziehen. Danach ziehen wir die Linie von einem Tief zum nächsten. Um jetzt, neuen Aufwärtsswing zu erzeugen brauchen wir wieder 3 Bars mit höher liegenden Hochs und Tiefs. Nach dem dritten Bar bekamen wir einen mit höherem Hoch und höheren Tief, also an dem Tag hätten wir angefangen neu zu zählen. Da dann am nächsten Tag wieder tieferer Tief und tieferer Hoch gebildet wurden, wird die Zählung abgebrochen und der Abwärtsswing war immer noch intakt.
      Jetzt möchte ich die besondere Rolle den so genannten Outside bar nennen. Hier ist sogar wichtig was zuerst entstand, hat man diese Daten nicht, geht man davon aus, dass wenn beispielsweise, nach der Eröffnung ein Hoch am näherten liegt, dass dieser Hoch auch zuerst entstand und natürlich umgekehrt. Was passiert jetzt mit der Zählung? Habe auch ein Beispiel für den Outside bar. Nach einem Hoch entstand ein Bar mit tieferen Tief und tieferen Hoch, damit fangen wir an zu zählen, diese in, quasi Gedanken Zählung, habe ich rosa markiert. Nach dem mit 1 gekennzeichnetem Tief kam dann zuerst nach der Eröffnung ein Hoch (da näher zur Eröffnung) also ist in diesen Moment erstmal Aufwärtsswing intakt. Danach ging der Kurs in Keller und es bildete sich neuer Tief, damit fangen wir wieder neu an zu zählen.
      Haben wir dann die Swings eingezeichnet, bekommen wir so genannte langfristige Tops und Böden.
      Übrigens, es geht auch nach 1-Bar-Swingchart und 2-Bar-Swingchart. Bei einem 1-Bar-Swingchart nennt man Tops und Böden - kurzfristige und bei 2-Bar-Swingchart - mittelfristige.
    • Gann-Angles, Gann-Fächer

      Kommen wir nun zum nächsten Schritt – Zeichnen.
      In dem Chart habe ich an Hand einer Aktie selber berechnet und ließ auch eine vom Rechner (rote) setzen. Es ist gut zu erkennen wie weit diese abweicht und man weiß gar nicht so richtig welche das ist. Mag sein, dass diese am Anfang nur kleine Abweichungen vor weißt. Nach zwei oder drei Jahren aber werden diese gewaltig sein!!!! Nach welchen Kriterien die Software die Angles berechnet ist mir unbekannt.
      Wenn dann also ein 3-Bar-Swingchart fertig ist, beginnt das Rechnen. In einem Aufwärtstrend geht man von einem Boden zum nächsten, rechnet Preisunterschied und teilt durch Zeitdifferenz zwischen den Böden. In einem Abwärtstrend, von Top zu Top. Zum Schluss bleibt nur noch Mittelwert zu errechnen und abrunden oder aufrunden.
      In den letzten Wochen kam ich auf eine andere Technik, die Angles zu berechnen. Wie gut die Ergebnisse sind kann erst später sagen. Die Berechnung erfolgt über Murrey-Mathematik, also über die Berechnung des Quadrates in der Zeit.
      Welchen nutzen besitzen diese Linie? Nun zum einen, als Unterstützungen und Widerstände, man sagt auch, wenn eine Angle gebrochen wird läuft der Kurs zwangsläufig zur nächsten.
      Zum anderen, ist es möglich mit Hilfe dieser Angles die Wendetage, also Widerstände in der Zeit, geometrisch zu berechnen. Dazu gibt es mehrere Methoden.

      Gruß winsi
    • Hallo winsi,
      find ich interessant nur schade das die software offensichtlich nicht funktioniert beim Ganfaecher den Prorealtime anbietet sieht es so aus als ob einfach als grundlage nur ein Anlagepunkt zur Hilfe genommen wird. Kannst du noch mal dazusetzen wie die Gann Linien dann aus den Swingcharts heraus berechnet werden...
      oder hast du einen link dazu, wo die berrechnung erkaert wird?
      Mir ist das nicht ganz Klar % von was? Tiefst hoechst etc. wuerde mich doch schon auch interessieren ?( ?( ?(
      Gruss und Danke schonmal....
    • Mir ist das nicht ganz Klar % von was?

      Leider habe ich keine Links dazu. Über die Berechnung von Gann-Linien habe ich mal aus dem Buch vom James A. Hyerczyk Erfolgs-Strategien für das neue Jahrtausend.

      Was meinst Du mit %, stehe jetzt auf dem Schlauch ?( . Oder meins Du °-Grad?

      Die Berechnung habe ich in dem letzten Chart bildlich dargelegt. Wenn man also den 3-Bar-Swingchart korrekt konstruiert hat, indentifiziert man den Trend. In einem Aufwärtstrend geht man vom Boden zu Boden, in einem Abwärtstrend von Top zu Top. Stellt die Preisdiferenz fest, also Boden zu Boden oder Top zu Top und teilt diese durch Zeitdiferenz zwischen diesen Böden oder Tops. Zum Schluß, wie gesagt, noch ein mal, den Mittelwert dieser Ergebnisse ermitteln.

      Hast Du das gemeint?

      Gruß winsi
    • winsi schrieb:





      Mir ist das nicht ganz Klar % von was?

      Leider habe ich keine Links dazu. Über die Berechnung von Gann-Linien habe ich mal aus dem Buch vom James A. Hyerczyk Erfolgs-Strategien für das neue Jahrtausend.

      Was meinst Du mit %, stehe jetzt auf dem Schlauch ?( . Oder meins Du °-Grad?

      Die Berechnung habe ich in dem letzten Chart bildlich dargelegt. Wenn man also den 3-Bar-Swingchart korrekt konstruiert hat, indentifiziert man den Trend. In einem Aufwärtstrend geht man vom Boden zu Boden, in einem Abwärtstrend von Top zu Top. Stellt die Preisdiferenz fest, also Boden zu Boden oder Top zu Top und teilt diese durch Zeitdiferenz zwischen diesen Böden oder Tops. Zum Schluß, wie gesagt, noch ein mal, den Mittelwert dieser Ergebnisse ermitteln.

      Hast Du das gemeint?

      Gruß winsi



      Hi,

      Danke fuer die Erklaerung habe da wohl nicht ganz aufgepasst

      und der der auf dem Schlauch steht bin ich und zwar gewaltig :pinch:


      Ja meinete° sorry :whistling:

      Doch irgendwie stehe ich auf dem Schlauch......

      wenn du top zu Top meinst und wir deinen Beispiel Chart heranziehen dann meinst du das May Hoch '06 als Top 1 und das July Hoch 07 als top 2??

      und fuer das Tief das July Tief '06 und das August Tief '07??

      Wenn ich nun den Mittelwert errechne erhalte ich eine Zahl fuer die Tops und eine fuer die Boeden....



      soweit ist das klar aber weiter weiss ich nicht stelle ich mich besonders bloede an ?( ?( ?(

      Und in dem Chart hast du eingetragen 51 Bars 71 Tage zaehlst du die Handelsfreien Tage mit?

      Ich komme irgendwie nicht ganz dahinter!

      Gruss
    • Moin ATL.
      Ok, bevor wir zum Schluss alle beide auf dem Schlauch stehen, lass uns einfach Schritt für Schritt vorgehen. Ein Punkt noch. Bei der Berechnung der Angles gehe ich nach Handelstagen, nicht nach Kalendertagen. Kalendertage werden berücksichtigt, wenn man beispielsweise die Planetenzyklen in den Chart einträgt. Zum Beispiel 30-Tage Sonnenzyklus, dort werden 30 Kalendertage berücksichtigt, denn die Sonne, bekanntermaßen nicht am Wochenende Pause macht. ;) Ok, jetzt zum Chart. Program von tradersignal erleichtert mir ein wenig die Arbeit. Beispiel die blaue Linie, ich brauche nur die Böden zu verbinden und Ergebnis gibt mir das Program. Du siehst zum Beispiel welche Informationen dort stehen: 14,427 (+17%) – ist Gesamtunterschied zwischen diesen Punkten, 51 Bars oder 71 Kalendertage – Zeitunterschied zwischen diesen Punkten und 0,2829 ist das Ergebnis, wenn man eben 14,427 durch 51 teilt. Ausgangslage ist der Abwärtstrend Mai bis Juli 06 – tiefere Tops und tiefere Böden. Also zählen wir Top im Mai zum Top im Juli, Preisunterschied: 0,896.Ab Juli haben wir einen Aufwärtstrend – höhere Tops und höhere Böden. Also zählen wir Boden zu Boden: 0,145+0,474+0,288+0,105.Im September 06 haben wir einen Rutscher nach unten. Da bis dahin höhere Hochs und höhere Tiefs vorhanden sind und lediglich tieferer Tief Anfang Oktober vorliegt, betrachte ich diesen als Ausgleich zwischen dem Preis und der Zeit. Mit anderen Worten, war der Preis schneller als die Zeit. Also rechnete ich wieder von Boden zu Boden, dennoch, weil zweiter Boden tiefer als der erster, -0,324.Danach ist die Lage wieder klar: +0,282+0,229+0,656. Im Juni 2007 dann wieder ein Boden unter dem letzten – ausgleichende Bewegung: -0,683.Ende Juli bis August haben wir eine Korrektur und da hier tiefere Tops und tiefere Böden markiert wurden, nahm ich für die Berechnung Top vom Ende Juli und nächsten Top Ende August: +1,087.Danach haben wir wieder steigende Tops und Böden. Bei der nächsten Zahl ist mir bei der Eintragung ein Fehler unterlaufen, sorry. Es handelt sich um die Zahl 20287. Richtige Zahl ist 2,282. Also zählen wir wieder vom Boden zu Boden: +2,282+0,145+0,182. Ergebnis: 5,764/14. Mittelwert ist 0,41, abgerundet = 0,40€/Tag. Würden wir jetzt also ein Chart auf dem Millimeterpapier erstellen, hätten wir richtigen Maßstab damit gefunden. Auf so einem Chart brauchen wir dann nur noch die Linien in bestimmter Neigung zeichnen und erhalten damit die Angles, dafür ist auch diese Gradangabe. Da aber Computersoftware die Charts zoomt, ist das unmöglich richtige Angles zu zeichnen. Die Software, wie z.B. tradesignal gibt aber die Möglichkeit bei dem Setzen dieser Angles die Steigung anzugeben. Zum Beispiel unsere Aktie: man gibt, um die 1*1 Angle zu setzen bei Eigenschaften Zeit 1 und Preis 0,4, für 2*1 beispielsweise Zeit 1, Preis 0,8 usw. Ist so weit verständlich?Paar Worte noch zu diesen Angles. Mit der Zeit stellte ich fest, dass die Steigung dieser Angles sich ändert. Das ist auch logisch, denn es kann auch nicht sein, dass ein Wert welcher vor paar Jahren bei, sagen wir mal, 5€ notierte, die gleiche Steigung hat, als wenn er heute bei 100€ notiert. Monate lang suchte ich nach diesen Grenzen wo die „Umschaltung" stattfindet. Ich glaube mit Murrey-Technik habe ich diese Grenzen gefunden (er erstellte so genannten Normierungsfaktor), bin noch dabei diese Theorie in der Praxis zu untersuchen. Bei unserer Aktie beispielsweise erfolgt die Umschaltung erst, wenn der Preis die Marke von 250€ nach oben verlässt. Auch die Berechnungen dieser Angles unter Umständen mit Murrey, nach meiner Einschätzung, genauer ist.Gruß winsi

      PS. hier noch mal Beispiel.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von winsi ()

    • Moin.
      Möchte jetzt Bereich der Gann Angles etwas vervollständigen.
      Ich habe mal im Beitrag über Murrey-Math behauptet, dass man die Spreed Linien als Gann Angles nehmen kann. Diese Aussage ist nicht ganz korrekt. Habe bis jetzt nach Gann Methode (siehe meine Beiträge und im Anhang Ausschnitt aus dem Buch von James A. Hyerczyk „Erfolgsstrategien für das neue Jahrtausend) alle DAX Werte nach Steigung untersucht und habe feststellen müssen, dass Mehrheit dieser Aktien doch mehr oder weniger dazu passt, jedoch wenn man beim Zeitquadrat nicht Zeitabstand von 32 Tagen nimmt, sondern 64.
      Dass diese Angles auch so richtig sind? Das stelle ich in Frage, denn aus diesen 30 Werten habe immer wieder Ausnahmen, bzw. Bedarf an der Anpassung gefunden. Nehmen wir als Beispiel die Aktie von Lufthansa. Hier ermittelte ist den Durchschnitt bei 0,036. Welche Angle muss ich jetzt nehmen? Eine mit Steigung 0,025 oder doch die 0,05, oder eine Ausnahme machen und mit Steigung 0,04 im Tagechart nehmen?
      Hier soll man einfach nur experimentieren und ja das dauert lange. Bis ich mich auf die Steigung für die 1*1 Angle bei 0,025 entschied, habe mehrere Tage an dem Chart gefummelt.
      Oder mal anderen Beispiel: Bayer. Hier beträgt Durchschnitt 0,075. Welche Angle jetzt? Nach langer Zeit Experimenten wendete die Ausnahme: 0,08 €/Tag, denn diese erzielte die besten Ergebnisse.
      Wozu sind die so gut? So wie ich aus den Erkenntnissen weiß, kam ja Gann auf die Angles über die Planetenlinien. Das heißt, da wo ein Boden oder Top entstand, trat bestimmtes Ereignis auf, im Klartext – dort hat ein Planet zu dem anderen einen bestimmten Aspekt gemacht. Wenn man also aus dem Top und dem Boden diese Angles zieht, bekommt man an der Stelle wo sich diese treffen neue mögliche Aspekte, die wiederrum bestimmte Ereignisse hervorrufen. Wenn man sich ein wenig mit der Materie beschäftigt hat, weiß man dass je nach dem welche Planeten bei diesem Aspekt involviert waren, kann die Umkehrung auch mit Verzögerung auftreten, wie zum Beispiel wenn es um „Langläufer" handelt, dafür wirken diese Aspekte auch lang. Daher brauchen manche Umkehrungen auch Zeit, um sich zu entfalten.
      Für uns ist es wichtig, diese Zeiträume als eine Art der Unterstützungen oder Widerstände in der Zeit zu betrachten. Und genauso wie Unterstützungen oder Widerstände (z.B. eine Aufwärtstrendlinie) auf dem Chart, können auch diese gebrochen werden, was ja dann dazu führt, dass hier keine Umkehrung stattfindet.
      Darüberhinaus dienen diese Angles als ganz normale Unterstützungen und Wiederstände, man sagt auch: wenn eine Angle gebrochen wird, gehen die Kurse zur nächsten. Auch als eine Art Messgeräten hat sie Gann benutzt.
      Hier einfach mal ein Beispiel wozu sie gut sind: Fielmann

      Fragen, Anmerkungen, immer her damit

      Gruß winsi
    • Moin.
      Ich glaube, ich habe was gefunden was die Entstehung der Angles erklären kann.

      "
      Ausbalancieren von Preis und Zeit


      Gann ordnete den Längenbewegungen der Planeten die Zeit zu.Die Geschwindigkeit der Planeten bezeichnete er an einer Stelle als vierte Dimension des Marktes.

      Man berechnet die jeweilige Differenz zwischen Tageshöchstkurs zum letzten Top bzw. des Tagestiefstkurses zum letzten Boden,je nachdem,ob die Kurse seitdem gestiegen oder gefallen sind, also zum letzten Wendepunkt.

      Diesem stellt man gegenüber den Betrag,den ein jeweils relevanter Planet für diesen Markt in seiner Längenbewegung zurückgelegt hat.

      Ergibt sich durch Division eine Gleichheit,also 1,spricht Gann von Ausbalancieren von Pris und Zeit.Die Gleichheit muß sich auf zwei Stellen abgerundet hinter dem Komma ergeben.

      Das Gleiche kann man mit den Deklinationen machen.Dieses Verfahren des Ausbalancierens von Preis und Zeit war wohl das ursprüngliche Verfahren,das Gann wohl seinen Angles zugrundelegte.Er konnte so den astrologischen Hintergrund weglassen und das Ganze rein geometrisch auffassen.Der 1*1-Angle war dann derjenige,der einer tatsächlichen Planetenbewegung entspricht,die abgeleiteten,wie 1*2 oder 2*1 wären dann in einem proportionalen Verhältnis dazu stehend,also in einer Art Aspekt."
    • Moin.
      Nicht "auch" sondern haupsächlich. Meiste Trader nutzen die auch als Unterstützungen und Widerstände. Schaue meine Charts an. Zumindest bei den Werten wo ich die Angles berechnet habe, nutze garnicht mehr Aufwärtstrendlinien, sondern nur Angles. Zum einen sind das schon die "Trendlinien" in diesem Sinne und zum anderen sehe ich sofort wie stark Trend ist.
      Aber nicht nur dafür hat man diese Angles ;)
      Gruß winsi
    • Nehmen wir an, es ist ein Boden ausgebildet worden und ein Aufwärtstrend ist entstanden, dann ziehe ich von dort die Angles. Auf meinen Charts nutze hauptsächlich 4*1, 2*1, 1*1, 1*2, 1*4. Befindet sich der Kurs oberhalb der 1*1 ist ein starker Aufwärtstrend vorhanden, darunter - schwacher Aufwärtstrend. Wird eine der Angles gebrochen (in Tageschart, beispielsweise, Schlusskurs + Lost Motion) gehe davon aus, dass die nächste Angle darunter erreicht wird.
      Gruß winsi

      PS. hier mal Beispiel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von winsi ()

    • Hey,

      es gibt ja einige hier, die mit Prorealtime arbeiten und dort mit Sicherheit das Problem der ungenauen Angles kennen.

      Im Buch von Hyerczyk hab ich jetzt die Lösung gefunden. Bis jetzt haben wir ja immer unsere "Endlos"Angles immer mit TSO oder eben PRT gezeichnet. Aber ab der Seite 260 ff. im Buch steht die Beschreibung, wie man die Angles im Chart konstruiert. Und zwar in Hinblick auf ein bestimmtes Datum! Und da liegt der Hund begraben.

      Denn wenn wir diese Rechnung aus dem Buch nehmen, sieht die folgendermaßen aus:

      Grundformel: (Maßstab x Zeit) + Boden oder Top

      Wenn wir diese formel einfach auf Lufthansa anwenden und den Close vom 9.03.09 nehmen (7,86€) und einen Datum nehmen, was 180 Börsentage in der Zukunft liegt, sehen die beiden Punkte so aus:

      Startpunkt: 09.03.09 bei 7,86€

      Endpunkt: (0,025 x 180) + 7,86€ = 12,36€ --> 19.09.09 bei 12,36€.

      Jetzt kann man natürlich rumexperementieren und sagen, ich nehme 180 Kalendertage oder 90 Börsentage. Aber da man nicht die Gannlinien bei PRT nimmt, sind die Zoomgefahren nicht mehr vorhanden.

      Hab im Anhang mal ein Beispiel gezeigt, wie die Angles dann aussehen.

      lg Der_Manager
    • Hallo,

      hier mal ein kurzes Beispiel, wie Zerowinkel aussehen können. Im Chart sind es die grauen Winkel. Ich denke, man kann gut erkennen, wie sie als Unterstützung und Wiederstand fungieren können.

      Ist eure Sache, was ihr drauß macht :)

      lg Der_Manager