Lange Historie... Irrungen und Wirrungen und erfolgreiche Neubelebung - ein Dinosaurier der nur wenigen bekannt sein dürfte

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    • Lange Historie... Irrungen und Wirrungen und erfolgreiche Neubelebung - ein Dinosaurier der nur wenigen bekannt sein dürfte

      Ich melde mich mal wieder zu Wort um den hungrigen Fundis was zu servieren ;)

      Auf gehts, nach den alles offen lassenden Worten der Überschrift mache ich mal das Licht an und stelle eine Frage:

      Wie heißt die Euch bekannte europaweit bedeutende Metallgesellschaft?... Ich vermute das jetzt ein großer Teil von Euch an Aurubis ( ehemals Norddeutsche Affinerie ) denkt. Ist ja im Prinzip auch vertretbar aber diese soll nicht Inhalt meiner Ausführungen sein 8)

      DNick Holdings plc
      Wie? Nie gehört? Macht nichts, ich am Anfang meiner Recherche auch nicht! Also zurücklehnen und lesen ;) Ich habe meine Trägheit überwunden und die Wurstfinger übers Keyboard tanzen lassen und es soll nicht Euer Schaden sein, wenn ihr meinen Ausführungen folgt.

      Wie der Zusatz Holding schon sagt hat diese Gesellschaft zwei wunderschöne Töchter doch dazu später mehr.

      Historie

      Wie meine etwas flapsige Überschrift vermuten lässt hat diese Gesellschaft als Rechtsnachfolgerin einer 1916 gegründeten Gesellschaft eine lange Tradition. Das Traditionsunternehmen Deutsche Nickel AG ist quasi die Urahnin dieser Gesellschaft und das kam so: In schwierigem Fahrwasser blieb Mitte 2005 nur der Weg in ein Insolvenzverfahren. Es blieb praktisch kein "Stein auf dem anderen" und alle Assets wurden verramscht. Übrig blieb die ausgebombte rechtliche Hülle ( im Wesentlichen der Handelsregistereintrag und die Eintragung ins Börsenregister ) de facto war eine tote Gesellschaft noch eine Zeit an der Börse notiert und in den so genannten Börsenmantel schlüpfte ein britischer Investor. Dieser umging damit die Kosten und Bürokratie eines IPO ( zu deutsch Börsenganges ) und hatte somit seine beträchtlichen Mittel frei um Vermögensgegenstände zur Ausführung bzw. Weiterführung des Geschäfts zu erwerben. Es wurde ( teilweise ) genau wieder das Geschäftsfeld der Deutschen Nickel AG besetzt, was doch bei einer Manteltransaktion ungewöhnlich und sehr beachtlich ist.

      Wie starke Nerven und Selbstbewußtsein braucht es in ein Marktsegment einzusteigen, in dem die Vorgängergesellschaft bereits gescheitert ist?
      Nun zu den Töchtern:

      Die "ältere" der beiden, die direkt in Anlehnung an die Deutsche Nickel AG agiert ist die Eisen-Nickel Deutschland GmbH.

      Diese macht den lieben langen Tag nichts anderes als verschiedene Eisen-Nickel Legierungen in Form von Blechen, Folien, Bändern und Suspensionen ( Lösungen mit Nickelpartikeln ) für die Automobilindustrie, Informationstechnologie, Dämmstoffhersteller, die Lebensmittel und die Pharmaindustrie herzustellen. Hierbei kommen die herausragenden Eigenschaften des Nickelzusatzes wie äußerst geringe Wärmeleitfähigkeit, hohe Festigkeit und antibakterielle Wirkung zum Tragen.

      Die "jüngere" nicht weniger attraktive Tochter ist die Saxonia EuroCoin GmbH ( nein sie stellt nicht ausschließlich Euromünzen her )

      Was macht die denn? Sie stellt Münzronden her. Eine Münzronde ist vereinfacht gesagt ein Münzrohling der nur noch geringfügig modifiziert werden muss um eine umlauffähige Münze in den Händen zu halten. Kürzlich wurde aber eine Veredlungsstufe draufgesetzt. Die Thailändische Notenbank hat praktisch den Prägeschritt outgesourct und die komplette Fertigung einer Großserie an thailändischen Bahtmünzen an dei Saxonia Euro Coin Betriebsstätte in Indien vergeben. Wie ihr Euch sicher vorstellen könnt, bedeutet das für die DNick eine Ausweitung der Gewinnmargen, denn wo kein weiterer Veredlungsschritt mehr nötig ist entsteht ein erheblicher Mehrwert der auch besser vergütet wird als eine schnöde Münzronde. Es besteht die Phantasie das ob der Nähe zu Indien weitere asiatische Staaten dem Beispiel Thailands folgen werden. Was das für den Unternehmenserfolg bedeutet überlasse ich jetzt mal der Phantasie des geneigten Lesers.

      So ... technische Fakten sind jetzt genug genannt worden... Zeit auf den eigentlichen Beweggrund dieses Artikels zu kommen:

      Ich darf hier noch einmal die frohe Botschaft verkünden das trotz einiger Widrigkeiten auch in 2009 ein Gewinn eingefahren wurde auf den ich später noch kurz eingehen werde ( Quelle: dnickholding.de ). Der Geschäftsbericht wurde am 11.5. diesen Jahres testiert und am 21.5. per Adhoc erwähnt und veröffentlicht. Keine Angst ich werde ihn anhängen, denn ihr habt ja Fundihunger. :P

      Zur Illustration erlaube ich mir einen kurzen Abriss der Informationen ohne die dieser Artikel hohl wäre:

      Finanzdaten:

      Marktkapitalisierung: 40,0 Mio Euro
      Umsatz 2009 : 153,6 Mio Euro
      Eigenkapitalquote : 62,9 % !!!! ( das ist nicht normal, ich krieg mich kaum ein
      ;) , denn das haben nicht mal Softwareunternehmen, die wesentlich weniger Materialeinsatz haben )
      Gewinn pro Aktie : 0,70 €
      akt. Aktienkurs : 6,90
      KGV : rund 10
      Dividendenrendite : 6,06 %
      ( Quelle Geschäftsbericht und Kopfrechnung eines Fidetrottels
      :P )


      Aktionärsstruktur:

      62 % im Streubesitz
      der Rest zu annähernd gleichen Teilen bei Goldman Sachs, Bear Stearns sowie dem Management

      Meine Schlussfolgerung: Schlimmstenfalls kann sich jemand anschleichen und sich im Streubesitz bedienen und eine Komplettübernahme anstreben. Dies aber sicher nicht unterhalb eines Kursniveaus von 10,00 €. Aber das ist wie gesagt ein bischen schwarzmalerisch und wird sicherlich auf erheblichen Widerstand des Managements stoßen.
      Anderes, wahrscheinlicheres Szenario: Bei anhaltend guter Geschäftsentwicklung sollte sich der Kurs auch ohne fremde "Hilfe" in diese Richtung bewegen. Charties an die Macht, bestätigt oder widerlegt mich!

      Zudem ist, mag es noch so paradox kilngen, der stark gesunkene Nickelpreis "schuld" daran das der Gewinn je Aktie von 1.54 € auf 0,70€ zurückging. Ich versuche mal etwas Licht reinzubringen, aber nicht hauen wenn ich zu umständlich bin ;).

      Der Materialeinsatz macht bei der Herstellung nur einen marginalen Anteil an den Gesamtkosten aus. Somit hat der signifikant gesunkene Nickelpreis nicht den durchschlagenden Einfluss auf die Gewinnmarge, denn Personal, Strom und Wartung sind die Kostentreiber. Zudem informieren sich die "Großkunden" auch am Rohstoffmarkt und fordern einen enormen Abschlag beim Preis des Endproduktes weil ja Nickel so billig geworden ist. Vogel friß oder stirb, sollen keine Lagerhaltungskosten zusätzlich entstehen beißt du in den sauren Apfel und machst lieber Abstriche beim Gewinn, als "totes Kapital" im Lager rumoxidieren ( im wahrsten Sinne des Wortes ) zu lassen. Betet zum Himmel, sofern ihr Euch entscheidet Aktionär zu werden, das der Nickelpreis mal wieder explodiert. Hoher Nickelpreis höherer Gewinn je Aktie, so paradox das klingen mag.

      Kundenkreis ( Auszug ): ABB, Bosch, Philips, Samsung, Volkswagen, Daimler, Fiat, Clariant, Roche, CarlZeiss Meditec u.a. sowie diverse nationale Prägeanstalten

      So nun mal viel Spaß beim Lesen und Verdauen ;) , ich hoffe es hat nicht allzu sehr genervt oder gar verwirrt. Das war nicht meine Absicht.

      Zum Schluss bin ich noch mal kurz frech und stelle Taiphoon eine Frage. Weil ich mir Mühe gegeben habe, das Wesentliche rüberzubringen wäre es da zu vermessen quasi als Entlohnung die Einstellung der DNick ( WKN A0D9R7 ) in das Börsenspiel zu fordern. Ich denke es wäre nicht nur in meinem Sinne, kann doch der geneigte Leser gleich mal selbst ausprobieren ob ich hier zu euphorisch geschrieben habe.
      Bitte beachtet auch die Anhänge, wenn ihr noch nicht satt seid, denn ich denke ich habe jetzt genug geschrieben.
      Warnung: Dies soll keineswegs eine knallharte Anlageempfehlung darstellen sondern lediglich neugierig machen.
      Viel Erfolg und ich melde mich mal wieder 8)

      Euer Fidemaster

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von fidemaster ()